Social Media : Du bestimmst was du mitteilst!

Ich glaube ich halte mich heute zum ersten Mal an das Gerede verschiedener Dozenten, die einem immer sagen, dass die Überschrift eines Artikels oder einer Hausarbeit am Ende entsteht. Ich weiß immer wohin mich ein Artikel oder eine Hausarbeit führen wird, so dass bei mir die Überschrift immer schon steht. Heute ist es mal anders, denn ich schreibe diesen Artikel sehr spontan.

Es geht um den Artikel „Twittertabu: Liebeskummer“ von Tanja Kollodzieyski und meiner Twitter-Entgleisung vom letzten Wochenende.

In dem Artikel geht es darum, dass Tanja aufgefallen ist, dass sie seit Tagen von ihrem Liebeskummer über Twitter berichtet, wobei sie doch als Social Media Profi einen Job in diesem Bereich sucht. So stehen hier auf der einen Seite die Aufrufe nach einem Jobangebot aus dem Bereich Social Media und auf der anderen Seite die Einblicke in ihr privates Liebesleben. Ich habe vor einigen Tagen eine unbewusste Selbsterkenntnis und ein persönliches Ereignis in zwei Tweets gepackt, die normalerweise so von mir nicht in die Öffentlichkeit kommen. Genau diese Thematik beschäftigt mich seit einigen Wochen.

Trennung von Privat und Beruf

Mein Problem ist, dass mein Twitter-Account @Burkhard_Asmuth auf der einen Seite privat ist, doch auf der anderen Seite ich so sehr mit meiner Firma @Contunda verschmolzen bin, dass selbst ich das nicht trennen kann und will. Seit meinem Kurs an der IHK zum Social Media Manager habe ich privaten und beruflichen Kontakt zu vielen Gleichgesinnten aus der Branche, mit denen ich über meinen „privaten“ Twitter-Account kommuniziere. Gleichzeitig bin ich ein leidenschaftlicher Fußball- und Serien-Fan. Dazu lebe ich noch sehr gerne in der Stadt Essen, gehe am Wochenende gerne raus zum feiern, liebe Musik und habe auch Spaß mit meinen Freunden. All diese Themen sind Teil meiner Tweets, aber macht mich das gleichzeitig unprofessionell?

Ich habe noch nie Listen bei Facebook geführt. Jeder Kontakt sieht all meine Postings, weil ich will, dass mich auch berufliche Kontakte ungefiltert sehen können und sollen. Ich schäme mich nicht für meinen Lebensstil. Ich überlege mir im Allgemeinen was ich poste und was lieber nicht, aber wenn, dann dürfen es all meine Facebook-Freunde sehen. Ich zähle auch Kunden zu meinen Facebook-Freunden und habe damit noch nie schlechte Erfahrungen gemacht. Ganz im Gegenteil! Es gab schon Kunden die mich angesprochen haben, weil sie durch Facebook von gemeinsamen Hobbys erfahren haben.

Ehrlichkeit = Unprofessionell ?

Zurück zu Tanja und dem Thema Liebeskummer.

Ich finde, dass Tanja mit Twitter den richtigen Kanal für das Thema „Liebeskummer“ gewählt und gefunden hat. Sie zeigt, dass sie das Medium Twitter verstanden hat, denn kein Dienst ist Hashtag-lastiger als Twitter und so finden sich schnell Gleichgesinnte. Vielleicht sieht das auch ihr zukünftiger Chef so. Aber weg von der Frage nach der Professionalität. Ich finde die Tweets und der Artikel zeigen die wahre Tanja. Die wahre Tanja, die sie in langfristigen Arbeitsverhältnissen nicht lange verbergen kann und so wie ich sie kenne auch nicht will.

Jedem ist selbst überlassen was er im Social Media von sich gibt. Es gibt viele Wege und Strategien, doch den einen Königsweg gibt es nicht. Wenn ich ab heute nur „professionelle“ Tweets raussende, dann wäre es für mich sehr anstrengend und ich würde nicht länger die kompletten Vorzüge von Twitter genießen können, nur weil ich auch beruflich damit arbeite.

Mein Fazit

Ich persönlich würde Liebeskummer nicht öffentlich zur Schau stellen und darüber posten. Aber das bin eben Ich und nicht Tanja. Doch ich verurteile sie deswegen nicht. Ich lerne sie dadurch kennen und vielleicht gibt es Twitter-User, die ihr gerne über dieses Medium helfen wollen. Jeder darf und kann im Social Media derjenige sein, der er sein will, doch darf am Ende nicht über eventuelle Konsequenzen meckern. Wenn ein potenzieller Kunde mir absagt, weil ich Fan des falschen Vereins bin, dann habe ich Pech gehabt. Wenn Tanja keinen Job bekommt, weil sie zu viele Tweets über Liebeskummer gepostet hat, dann ist es ihr Pech, dem sie sich aber immer bewusst war. Denn sie ist eben ein Profi.

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