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Usability 2015 – Benutzerfreundlichkeit

So sieht schlechte Usability aus

Lustige Animationen, drehende Kreise und blinkende Jetzt zuschlagen Felder gehören zum Glück der Vergangenheit an. Doch was ist heute Usability? In den Anfängen des Internets haben großartige Programmierer so viel gemacht, wie möglich war. Es war schließlich alles neu. Getreu dem Motto: Too much is not much. Dem heutigen User bleibt bei so alten Webseiten meist nur eins übrig: Zuschlagen, so sie es der Button suggeriert.

Manche Webdesigner setzen heute noch immer solche Überbleibsel aus der Steinzeit des Internets ein. Fangen wir an, etwas Ordnung zu schaffen. Usability im Web ist wichtig. Also die Benutzerfreundlichkeit von Webseiten. Wir sagen ganz klar, fallen Sie dezent auf.

Inhalt

 

Wechselnde Header-Bilder als eine Art Slideshow, kennen wir und mögen wir. Allerdings sollte kein Webmaster davon ausgehen, dass jemand gebannt auf den Monitor schaut, um sich jedes Bild in Ruhe anzugucken. Wichtige Informationen gehören hier nicht hin. Der Header soll die Seite ansprechend machen, dem Nutzer sagen: Hey, schön, dass du auf meiner Seite bist. Wechselnde Keywörter machen hier wenig Sinn. Häufig sind diese Wörter nicht mal verlinkt. Was haben wir davon, außer einer Animation mit Text, die den Code der Seite unnötig aufbläht? Genau, nichts.

1.1 Benutzerfreundlichkeit beginnt ganz obenBenutzerfreundlichkeit

Ich sehe den Begriff im Header, es interessiert mich, also möchte ich daraufklicken. Und dann geht es nicht. Oder die Zeitintervalle sind zu kurz eingestellt, ich kann den sich ständig ändernden Text nicht in Ruhe lesen. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass der Mensch Ruhe auf einer Webseite möchte. Er braucht Orientierung. Findet er diese nicht, greift sofort der Fluchtinstinkt ein und der Nutzer verlässt Ihre Webseite.

Besser ist es, wenn Keywörter im Content-Bereich der Webseite stehen und am besten sogar noch auf Artikel oder Produkte auf der eigenen Webseite verlinkt sind. Das gibt interne Link Power. So können tiefer liegende Seiten ihrer Internetpräsenz direkt von der Startseite aus erreicht werden.

Sie brauchen Ihre Besucher nicht mehr mit einem Herzlich Willkommen zu begrüßen. Das ist ausgelutscht. Seien Sie kreativ bei der Begrüßung und noch viel wichtiger, kommen Sie auf den Punkt. Der Nutzer weiß, wo er ist, also geben Sie ihm auch das, was er möchte.

Vor einigen Jahren war es toll eine linke Navigationsleiste einzubauen. Kennen Sie diese noch? So ein vertikales Ding? Mit witzigen Aufklapp-Animationen. Das war noch vor der Zeit der Web-Usability. Dann kam der Trend, eine horizontale Navigation und eine vertikale Leiste einzubauen. Umso mehr Kategorien ein Benutzer vorfindet, dachten die Webmaster, desto toller finden sie die Seite. Aus heutiger Sicht leider falsch. Der Mensch sehnt sich nach Ordnung. Insbesondere bei fremden Dingen. Denn eines gilt seit der Urzeit: Haben wir Menschen einen schnellen Überblick über eine Sache oder eine Webseite, finden wir uns schneller zurecht und damit wohl. Was bedeutet das im Umkehrschluss? Fühlt sich der Besucher wohl, wird er Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung in die engere Auswahl packen.

Deshalb haben diese One-Pager so viel Erfolg. Eine Seite, ein Thema und eine Überschrift: Wie ich in 30 Minuten 1200 Euro verdiene. Die Menschen scrollen nach unten und sehen ein Anmeldefeld. Klick, Sie sind drin. Das ging nur, weil die Übersicht auf der Webseite gegeben war. Der Benutzer hat nur eine Richtung, diese wird ihm vorgegeben, nämlich nach unten. Das ist leicht. Leiten Sie Ihren Besucher sachte zum Kontaktfeld oder zum Produktkatalog. Zwanzig Kategorien in der Navigation, mit weiteren 20 Unterkategorien und am Besten dann auf der dritten Ebene noch einmal Kategorien, verunsichern, irritieren und lenken den Besucher nur ab. Inhalte können Sie auch besser platzieren, dazu später mehr.

Hier kann ich nur den entscheidenden Tipp geben: Ein Interessent, der Ihre Webseite nicht kennt, möchte nicht zugeballert werden, mit vielen Überschriften, vielen Kategorien und Wörtern, die ihm nichts sagen. Er will, dass die Webseite ausstrahlt: Hey, ich bin cool, du kannst mir vertrauen! Oder würden sie einem Mann oder einer Frau beim ersten Date vertrauen, wenn sie noch nichts über Ihren Gegenüber wissen?

Also bitte, eine klare horizontale Navigation, nicht verspielt, nicht zu viele Infos, und die Sache läuft. Denken Sie an kurze und knackige Namen der Kategorien. Ihr Besucher möchte Informationen und vielleicht etwas bei Ihnen kaufen, d.h. halten Sie ihn nicht unnötig auf.

3. Informationen

Das ist ein Blog, werden Sie sagen. Ja das kenne ich. Da sind Artikel, untereinander, wenn ich einen komplett lesen möchte, klicke ich darauf. Dort findet der Interessent Informationen. Ja, das ist ein Blog, so und nicht anders sollte es sein. Witzige Slideshows, auf denen Artikel über Neuigkeiten angeteasert werden, gehören der Vergangenheit an. Bedenken Sie, die Aufmerksamkeitsspanne ist bei einem Internet-Benutzer heute bei weniger als fünf Sekunden.

3.1 Für den Benutzer gestalten

Kaum einer wird warten, bis sich Bilder verändern, neue Texte aufblitzen. Denn, mal ehrlich, dem einem Nutzer sind die Zeitintervalle zu kurz, er kann die drei Zeilen nicht lesen –  dann kommen schon die nächsten News. Dem anderen sind sie zu lang eingestellt. Der Nutzer klickt fix auf eine andere Seite und Sie sehen ihn im schlimmsten Fall nie wieder.

Der springende Punkt ist, dass ein Benutzer es selber in der Hand haben möchte, ob er oder sie, weitere Informationen lesen möchte oder nicht. Deshalb gibt es Blogs, auf denen nach unten gescrollt werden kann. Das hat sich als gutes Mittel herausgestellt. Besonders auf der Startseite sollten statische Infos zu sehen sein. Gerne ein News-Bereich, der wächst und Einblicke hinter die Kulissen eines Unternehmens oder einer Person gewährt.

3.2 Unternehmens-Blog

Sie haben so viele Infos, dass sie gar nicht wissen wohin damit? Viele Kategorien wollen wir nicht, da sonst die Übersicht fehlt. Dann: Herzlichen Glückwunsch. Viele Webseiten-Betreiber werden Sie beneiden. Warum? Sie haben Informationen, sind Experte auf einem Gebiet, haben etwas zu erzählen, dann machen Sie das endlich! Dafür können Sie auf Ihrer Webseite einen kleinen Blog-Bereich einrichten. Oder nennen Sie es lieber Neuigkeiten oder News. Dort können Sie nach Lust und Laune schreiben und erzählen. Wenn Sie selber keine Zeit dafür haben, aber die Themen klar sind, können Sie auch Mitarbeiter oder eine Agentur dafür beauftragen.

4. SchriftartenSchriftarten und Benutzerfreundlichkeit

Ein schöner Punkt. Mit Schriftarten geben wir allem eine persönliche und individuelle Note. Das ist so wunderbar. Allerdings im Netz, nur bedingt zu gebrauchen. Kennen Sie das Problem bei Präsentationen? Ein Mitarbeiter hat eine tolle Unternehmenspräsentation mit ihrem Corporate Design erstellt. Sie möchten diese an Ihrem Rechner testen und merken, naja, so ganz toll sieht das nicht aus. Schriftarten sind nicht so, wie sie sich das vorgestellt haben. Woran liegt das? Genau, auf Ihrem Computer fehlen die richtigen Schriftarten. Sie sind nicht installiert.

4.1 Usability heißt: Auf jeden User vorbereitet zu sein

Benutzen Sie tolle Schriftarten für Ihre Webseite, mag das bei Ihnen wunderschön aussehen – ein Benutzer jedoch bekommt höchstwahrscheinlich nicht optimale Schriftarten angezeigt. Er bekommt die Standard-Schriften für das Web angezeigt. Diese sind in der Regel auf Mac und PC vorhanden und werden Webdesignern nahegelegt, um eine Webseite zu gestalten. Nun, einen Banner mit unserem Unternehmensslogan können wir noch über ein Bild-Banner auf die Seite bekommen, aber Überschriften sollten am Besten auch in unserer Typographie sein. Soll sich der Benutzer unsere Schriftarten doch einfach installieren. Ist doch sowieso unser Kunde.

Ganz ehrlich, das wird niemand machen. Es ist allerdings möglich, Schriftarten über den Browser temporär auszuliefern. Dabei bestehen zwei Gefahren: die Webseite lädt etwas länger, weil die Schriftart kurz heruntergeladen wird oder der Nutzer bekommt außer einer längeren Wartezeit davon aber nichts mit. Und es ist möglich, dass bestimmte Browser diese Schriftart dennoch nicht anzeigen. Vor allem sind mobile oder alte Browser hier anfällig.

Eine weitere Gefahr ist, dass Sie Schriftarten benutzen, dessen Lizenz sie nicht erworben haben. Im schlimmsten Fall droht eine Klage. Wenn Sie dennoch Interesse an einer anderen Typografie haben, lege ich Ihnen Google Fonts ans Herz. Dort finden Sie sehr viele kostenlose und lizenzfreie Schriftarten: https://www.google.com/fonts

5. Videos & Sounds

Besucherzähler gehört nicht auf eine WebseiteEin weiterer wichtiger Punkt: Sie können Ihre Besucher direkt mit schöner Musik oder einem tollen Video überraschen. Ein Heilpraktiker kann Naturklänge einspielen lassen und ein Freizeitpark lässt ein Video mit der größten Achterbahn ablaufen. Tolle Idee! Leider sehr nervig. Stellen Sie sich vor, Sie sind Arbeitnehmer und surfen im Internet. Wäre es nicht sehr unvorteilhaft, wenn plötzlich das Gegröle der jubelnden Achterbahnmeute über die Monitorboxen knarrt?

Aus diesem Grund sagen wir ganz klar: Kein Sound und Musik auf Webseiten. Sie können solche als Download anbieten, oder einen Ein- und Ausschalter installieren mit der Warnung, dass Sound kommen wird.
Genauso ist es bei Videos. Diese können über YouTube wunderschön eingebunden werden. Auch hier ist die Voreinstellung: Da Video ist deaktiviert. Erst mit Klick auf den Play-Button läuft es los. Auf diese Weise lassen sich auch ganz hervorragend Vine-Videos integrieren.

6. Besucherzähler

Da diskutiere ich nicht. Sie möchten wissen, wie viele Menschen auf Ihrer Webseite waren? Dann bitte, nutzen Sie Google Analytics oder Piwik. Ein Besucherzähler sagt einem Nutzer nichts und im schlimmsten Fall denkt er sich: Oh erst 23.428 Leute haben diese Webseite besucht. Die Information hier könnte also falsch sein, oder fehlerhaft. Klare Empfehlung, lassen Sie den Besucherzähler weg. Ein weiteres Relikt aus der Steinzeit.

7. E-Mail-Adresse

Mensch, da schreibe ich Ihnen schnell eine E-Mail. Und dann das, die E-Mail-Adresse ist nicht anklickbar und sogar so geschrieben, damit vermeintliche Spam-Bots diese nicht auslesen können und Ihnen keine bösen Spamnachrichten zukommen lassen können. Tja, ein Interessent leider auch nicht. Die Menschen haben keine Zeit und wollen nicht mühselig eine E-Mail-Adresse umschreiben. Wenn Sie Fragen an mich haben, dann schreibe ich meine Adresse nicht wie folgt: J.post (at) Contunda (Punkt) de, sondern mache es ganz klar. Sie können diese kopieren oder darauf klicken: j.post@contunda.de.

8. Fazit

Egal aus welcher Branche Sie sind, egal ob Musiker, Politiker oder Unternehmensberater, erstellen Sie Ihre Webseite immer für eine breite Zielgruppe. Gruselige Totenköpfe machen bei der Heavy Metal-Band sicherlich mehr Sinn als bei der seriösen Anwaltskanzlei. Allerdings wild blinkende Totenköpfe verschafft Ihnen nur eins: Die Ungunst der Besucher!

Vielen Dank für Ihre geschätzte Aufmerksamkeit!

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