WhatsGoal 2019

Sports Summit in Düsseldorf

Ich habe das Sports Summit „WhatsGoal“ in Düsseldorf besucht und habe einen spannenden Tag mit vielen interessanten Vorträgen erleben dürfen. Mit vielen Ideen, Inspirationen und Gedanken habe ich das Event verlassen. Nun werde ich einige Gedanken und Impulse hier festhalten, denn auch in meiner Funktion in der Agentur habe ich einiges mitgenommen. Das Thema der Veranstaltung war die Digitalisierung im Sport und dazu haben beeindruckende Gäste auf der Bühne gesprochen. Einige Redner muss ich hier erwähnen und deren Erzählungen in unsere tägliche Arbeit einordnen. Ich bedanke mich ganz herzlich beim Tulip Inn Düsseldorf Arena für die Einladung.

Stefan Mennerich vom FC Bayern München

Der erste Kracher kam direkt vom FC Bayern München. Stefan Mennerich trägt den Titel „Direktor Medien, Digital und Kommunikation“ und präsentierte eindrucksvoll die Arbeit von über 180 Mitarbeitern in diesen Bereichen. Mehr als 100 Kanäle bespielt der FC Bayern bei einer Pressemitteilung, produziert in vielen Sprachen den Content, steuer die Inhalte über verschiedene Redaktionen und bearbeitet jede Form von Inhalt. Der Weg vom FC Bayern München durch das Internet ließ keine Plattform und kein Experiment aus, so dass natürlich auch die neuen Plattformen, wie TikTok, professionell bespielt werden müssen.

Die Präsentation mit dem Titel „Tradition und Transformation. Ein Fußballverein im digitalen Wandel.“ hatte auf mich eine große Strahlkraft, denn wie häufig müssen wir Kunden davon überzeugen, dass oft Facebook und Instagram nicht ausreichen, weil die relevante Zielgruppe eigentlich auf einem anderen Kanal unterwegs ist. Natürlich muss eine international erfolgreiche Marke jeden Kanal mitnehmen, denn die Zielgruppe des FC Bayern München geht durch alle Altersklassen und kennt auch keine Grenzen. Eine Grafik zeigte den Weg einer einzigen Pressemitteilung und allein die Vielzahl an Meldungen in Form von Videos, Grafiken, Texten und Bildern in verschiedenen Formaten und Sprachen ist eine enorme Arbeit.

Deutscher Handballbund (DHB)

Seit der Zusammenarbeit mit dem Unternehmensberater Wulf-Hinnerk Vauk habe ich viel über Werte nachdenken müssen. Der Vorstand Marketing und Kommunikation Thomas Zimmermann sprach über die Erschaffung der Marke „Handball“ und zeigte auf, dass am Anfang die Definition der Werte stand. Hierbei geht es um genau die Gründe, welche Zuschauer überzeugen sollen sich ein Handballspiel im Stadion anzuschauen. Ich habe direkt diese Werte in unserem Verein „Tusem Essen“ wiedergefunden und schickte ein Bild von einer Grafik direkt an einen der Spieler. In der Präsentation wurden folgende Werte für den Handball dargestellt:

  • authentisch
  • fannah
  • familiär
  • hart aber fair
  • respektvoll
  • non stop action

Diese Werte kann ich als Handball-Fan nur bestätigen, aber dennoch zeigen die Überlegungen des DHB auch, dass auch über diesen Weg eine Bestimmung der Zielgruppe erfolgen muss. Oft scheitern unsere Social Media-Vorschläge an subjektiven Befindlichkeiten. Eine objektive Betrachtung dieser Vorschläge findet manchmal nicht statt, weil eben keine Werte und Zielgruppen vorliegen, an denen ein solcher Vorschlag gemessen werden muss.

E-Sport als Werbeplatz für Employer Branding

Da bin ich täglich mehr als acht Stunden im Internet unterwegs, aber der E-Sport ist eigentlich völlig an mir vorbeigegangen. Alexander Müller, Geschäftsführer von SK Gaming aus Köln, erzählte von den Möglichkeiten der Vermarktung im E-Sport und zeigte dem beeindruckten Publikum kreative Beispiele von Mercedes und der DHL. Unternehmen buchen Werbeplätze im E-Sport, um sich als Arbeitgeber und als Ausbildungsbetrieb dieser Zielgruppe vorzustellen. Employer Branding ist auch einigen Kunden von uns mittlerweile als der Verkauf ihrer Produkte und Dienstleistungen. Mit diesem Wissen von WhatsGoal werden wir uns der Sache in den nächsten Wochen auch mal annehmen.

DHL-Werbespot

Mercedes und E-Sport

Fredi Bobic und Eintracht Frankfurt

Fredi Bobic ließ in seinem Vortrag die Zahlen sprechen und präsentierte den Zuwachs von Eintracht Frankfurt als Konsequenz der fulminanten Saison 2018/2019. Eintracht Frankfurt sorgte gemeinsam mit den Fans für ein Spektakel in der Europa League. Die Augen der gesamten Fußballwelt schaute bei den Spielen auf Frankfurt und dies ließ die Social Media-Kanäle ordentlich wachsen. Durch imposante Choreographien in den Stadien bekam der Verein viel Aufmerksamkeit und insgesamt festigte der Verein somit seine Marke. Durch den Erfolg, den durch Social Media transportierten Spaß und mit den beeindruckenden Fans im Nacken werden auch Transfers in der nächsten Transferperiode einfacher, denn mit den Bildern hat der Verein ein echtes Ass im Ärmel. Auf den Kanälen Facebook, Instagram, Twitter, YouTube und LinkedIn legte Eintracht Frankfurt ordentlich zu. Im Vergleich mit den anderen Bundesligisten liegt der Verein auf den 2.-5. Plätzen.

Choreo beim Spiel gegen Lazio Rom

Andreas Cüppers von Borussia Mönchengladbach

Bei Borussia Mönchengladbach wurde ein „Digital Circle“ gegründet, um die digitalen Themen anzugehen. Hierbei geht es um die Zusammenarbeit mit reichweitenstarken Fans, wie zum Beispiel Influencer und Unternehmer. Joko Winterscheidt ist zum Beispiel ein Mitglied im „Digital Circle“ und berichtete davon bereits in seinem Podcast „Alle Wege führen nach Ruhm“. Insgesamt 27 externe Angebote und sechs interne Prozesse beinhalten die Agenda dieser digitalen Themen.

Hier die Themen, denen sich ein moderner Fußballverein aktuell stellen muss. Leider fehlen drei Themen, weil der Redner vor diesen drei Themen auf meinem Bild steht. Vielleicht bekomme ich diese noch nachgereicht.

  • WLAN im Stadion
  • Mobile Payment
  • Digital Signage
  • Mobile Ticketing
  • Mobile Services
  • Mobilität
  • Service-Kommunikation
  • Online-Ticket-Shop
  • Webseite
  • Mobile App
  • Loyalty-Programm
  • Predictive Analytics
  • E-Sports
  • Start-up-Kooperationen
  • Events
  • Voice/Audio
  • Blockchain
  • DAM
  • Interne Kommunikation
  • Besucherregistrierung

Das sind wirklich viele Themen. Ich finde die Idee „Digital Circle“ hervorragend, denn digitale Expertise wird in den eigenen Reihen der Fans gesucht, gebündelt und dann an den verschiedenen Baustellen der Digitalisierung gearbeitet. Ein tolles Konzept, welches ich mit Spannung begleiten werde.

Ruth Hofmann und Riccardo Basile

Auf Instagram habe ich die Sport1-Moderatorin Ruth Hofmann und den Sky Sport-Moderator Riccardo Basile für ihre Moderation bereits gratuliert, doch eigentlich hätte mein Dank in eine ganz andere Richtung gehen müssen. Fußball erreicht jede Woche ein großes Millionenpublikum und diese beide Moderatoren haben das Social Media in ihre TV-Sendungen geholt. Mit den verschiedenen Rubriken bei Sky Bundesliga und dem Doppelpass auf Sport1 bringen die beiden den Menschen in Deutschland das Social Media näher. Für unsere Arbeit ist die Integration von Social Media in dieses Massenmedium noch immer ein wichtiger Baustein, denn erst dann erkennen Unternehmer den Stellenwert dieser Kanäle. Mit den beiden Moderatoren hat WhatsGoal die perfekten Repräsentanten für dieses Thema engagiert.

Darum fand ich die Veranstaltung so interessant

Seit der Gründung im Jahr 2012 hatten wir viel Kontakt zu Sportvereinen. Nicht jede Zusammenarbeit ist für uns positiv gelaufen, aber das Interesse für und mit einen Sportverein arbeiten zu dürfen ist noch immer vorhanden. Bei WhatsGoal wurde in mir das Interesse wieder geweckt und gleichzeitig hat der Einblick in die Digitalisierung beim FC Bayern München gezeigt, wie lang der Weg für kleinere Vereine noch ist, um auf dieses Niveau zu kommen. Auf der gleichen Veranstaltung stellt der FC Bayern München seine beeindruckende Infrastruktur im digitalen Bereich vor und der Liga-Konkurrent aus Gladbach erzählt von der Planungsphase und dem ersten Treffen des neuen Kompetenzteams. Die Unterschiede sind gewaltig.

Gerade bei kleineren Vereinen bleibt die Digitalisierung oft auf der Strecke, weil nicht nur die finanziellen Mittel fehlen, sondern vor allem die Ressourcen. Dazu haben wir schlechte Erfahrungen mit internen Strukturen gemacht, die Angst vor externer Hilfe hatten. Ein weiteres Problem sehe ich seit Jahren bei der Akquise von Sponsoren, denn da fehlen oft die kreativen Einfälle oder es fällt den Verantwortlichen schwer sich am Ende um die Sponsoren angemessen zu kümmern. Uns wurden schon oft spannende Sponsoren-Konzepte vorgeschlagen, die auf dem Papier wirklich super klangen, aber am Ende gar nicht oder nicht im vollen Maß umgesetzt wurden.

Mein Fazit ist, dass ich gerne bei der WhatsGoal 2020 dabei sein werde.

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