Facebook und Instagram lassen sich in Europa auch ohne Werbeanzeigen nutzen. Meta bietet dafür ein kostenpflichtiges Abonnement an. Gleichzeitig können Nutzer die Plattformen weiterhin kostenlos mit personalisierter oder weniger personalisierter Werbung verwenden.

Das Modell wurde ursprünglich im November 2023 eingeführt. Seitdem haben sich Preise, Auswahlmöglichkeiten und regulatorische Anforderungen mehrfach verändert. Unternehmen sollten deshalb nicht nur auf das werbefreie Abo schauen. Mindestens ebenso wichtig ist die Frage, wie weniger personalisierte Werbung die Ausspielung von Anzeigen verändert.

In diesem Beitrag erklären wir die aktuellen Kosten, die Unterschiede zwischen den Werbeoptionen und die Folgen für Unternehmen, die Facebook und Instagram für ihr Social Media Marketing einsetzen.

Kann man Facebook und Instagram ohne Werbung nutzen?

Ja, Facebook und Instagram können in Europa mit einem kostenpflichtigen Abonnement ohne Werbeanzeigen von Meta verwendet werden. Das Abo gilt für die Facebook- und Instagram-Konten, die sich in derselben Kontenübersicht befinden.

Nach dem Abschluss kann es etwas dauern, bis keine Anzeigen mehr erscheinen. Häufig hilft es, die jeweilige App nach der Aktivierung neu zu starten.

Wer mehrere Konten verwendet, sollte genau prüfen, welche Profile innerhalb der Kontenübersicht miteinander verbunden sind. Für zusätzliche Konten können weitere monatliche Kosten entstehen.

Werbefrei bedeutet außerdem nicht, dass keinerlei kommerzielle Inhalte mehr sichtbar sind. Beiträge von Unternehmen, Marken oder Creatorn können weiterhin im Feed erscheinen. Das gilt beispielsweise für Inhalte abonnierter Unternehmensprofile und gekennzeichnete Kooperationen von Creatorn. Entfernt werden die Werbeanzeigen, die Meta innerhalb seiner Plattformen ausspielt.

Was kostet das werbefreie Meta-Abo?

Die monatlichen Kosten hängen davon ab, wo das Abonnement abgeschlossen wird und wie viele Konten in der Kontenübersicht enthalten sind.

Facebook.com oder Instagram.com
Erstes Konto: 5,99 Euro pro Monat
Jedes weitere Konto: 4 Euro pro Monat

Apple App Store oder Google Play
Erstes Konto: 7,99 Euro pro Monat
Jedes weitere Konto: 5 Euro pro Monat

Der Abschluss über den Browser ist damit günstiger als der Abschluss innerhalb einer App. Preise können durch Steuern, Währungen und lokale Vorgaben leicht abweichen.

Das Abonnement verlängert sich monatlich, bis es gekündigt wird. Wer das Abo über einen App Store abgeschlossen hat, muss die Verwaltung und Kündigung normalerweise ebenfalls über den jeweiligen App Store durchführen.

Welche drei Werbeoptionen gibt es bei Meta?

In der Praxis bestehen für erwachsene Nutzer in Europa drei unterschiedliche Möglichkeiten.

Facebook und Instagram ohne Werbung

Mit dem kostenpflichtigen Abonnement werden keine Werbeanzeigen von Meta angezeigt. Die Informationen der eingebundenen Konten werden laut Meta nicht für Werbung verwendet.

Andere Inhalte bleiben sichtbar. Dazu zählen normale Beiträge von Unternehmensseiten, Creator-Inhalte, Produktempfehlungen und Beiträge von Marken, denen ein Nutzer freiwillig folgt.

Kostenlose Nutzung mit personalisierter Werbung

Wer Facebook und Instagram kostenlos mit personalisierter Werbung verwendet, erhält Anzeigen, die anhand verschiedener Informationen ausgewählt werden. Dazu können Aktivitäten auf den Meta-Plattformen, angesehene Inhalte, Interaktionen, Interessen und Profildaten gehören.

Das Ziel dieser Personalisierung ist eine möglichst relevante Ausspielung. Unternehmen können dadurch Menschen erreichen, die mit einer höheren Wahrscheinlichkeit an bestimmten Angeboten, Produkten oder Dienstleistungen interessiert sind.

Kostenlose Nutzung mit weniger personalisierter Werbung

Bei der weniger personalisierten Variante verwendet Meta nach eigenen Angaben einen kleineren Datenumfang für die Auswahl der Anzeigen. Einbezogen werden unter anderem grundlegende Angaben, Geräteinformationen, Reaktionen auf Werbung und die Inhalte, die während der aktuellen Nutzung angesehen werden.

Die Anzeigen können dadurch weniger genau zu den persönlichen Interessen passen. Meta weist außerdem darauf hin, dass bei dieser Variante Werbeunterbrechungen erscheinen können, die für einige Sekunden nicht übersprungen werden können.

Auch die eigenen Möglichkeiten zum Schalten von Werbung und zur Monetarisierung können bei bestimmten Einstellungen eingeschränkt sein. Unternehmen sollten diese Auswahl deshalb nicht vorschnell auf einem geschäftlich verwendeten Konto treffen.

Bedeutet das Abo automatisch mehr Datenschutz?

Das werbefreie Abonnement verhindert, dass die Informationen der betreffenden Konten für Werbezwecke verwendet werden. Es bedeutet jedoch nicht, dass Facebook und Instagram überhaupt keine Daten mehr verarbeiten.

Für den technischen Betrieb, die Sicherheit, die Anzeige von Inhalten, Empfehlungen, Nachrichten, Kontoverwaltung und weitere Funktionen werden weiterhin Informationen benötigt. Das Abo ist deshalb in erster Linie eine werbefreie Nutzungsvariante und keine vollständig anonyme Nutzung der Plattformen.

Auch die Option mit weniger personalisierter Werbung ist nicht werbefrei. Sie reduziert den Umfang der für die Werbeauswahl verwendeten Informationen, verhindert aber nicht jede Form der Datennutzung für Anzeigen.

Warum hat Meta das Abo-Modell eingeführt?

Meta führte das ursprüngliche Abonnement als Reaktion auf veränderte europäische Datenschutz- und Wettbewerbsanforderungen ein. Nutzer sollten zwischen einer kostenlosen Nutzung mit personalisierter Werbung und einem kostenpflichtigen werbefreien Angebot wählen.

Dieses Modell wurde häufig als „Consent or Pay“ bezeichnet. Gemeint ist die Auswahl zwischen der Zustimmung zur Verarbeitung bestimmter Daten für personalisierte Werbung und einer Bezahlung für die Nutzung ohne Werbung.

Europäische Datenschutz- und Wettbewerbsbehörden kritisierten, dass diese zwei Möglichkeiten allein keine ausreichend freie und gleichwertige Auswahl darstellen könnten. Die Europäische Kommission beanstandete das frühere Modell, weil eine gleichwertige Alternative mit weniger personenbezogenen Daten fehlte.

Meta erweiterte daraufhin die Auswahlmöglichkeiten. Nutzer können inzwischen auch eine kostenlose Variante mit weniger personalisierter Werbung wählen. Die regulatorische Entwicklung zeigt, dass sich Plattformmodelle durch neue Gesetze und Entscheidungen weiterhin verändern können.

Was bedeutet das Modell für Unternehmen und Werbetreibende?

Das werbefreie Abo beendet Werbung auf Facebook und Instagram nicht. Es verändert aber, welche Nutzer mit Anzeigen erreicht werden können und welche Daten für die Ausspielung zur Verfügung stehen.

Ein Teil der Nutzer ist nicht mehr über Anzeigen erreichbar

Abonnenten der werbefreien Variante erhalten keine Werbeanzeigen von Meta. Unternehmen können diese Personen deshalb nicht über klassische Facebook- oder Instagram-Anzeigen ansprechen.

Es gibt keine ausreichend belastbare öffentliche Zahl, aus der sich für jedes Unternehmen ein konkreter Reichweitenverlust ableiten ließe. Die tatsächliche Bedeutung hängt stark von Zielgruppe, Region, Branche und Kampagnenziel ab.

Weniger Personalisierung verändert die Ausspielung

Wenn Nutzer weniger personalisierte Werbung auswählen, verfügt Meta für die Anzeigenentscheidung über weniger individuelle Signale. Das kann dazu führen, dass Anzeigen breiter oder stärker anhand des aktuellen Nutzungskontextes ausgespielt werden.

Für Unternehmen bedeutet das nicht automatisch, dass Meta Ads nicht mehr funktionieren. Kampagnen sollten jedoch häufiger überprüft und nicht allein anhand alter Erfahrungswerte beurteilt werden.

Gute Werbemittel werden noch wichtiger

Je weniger präzise eine Zielgruppe ausgewählt werden kann, desto wichtiger wird die Gestaltung der Anzeige selbst. Das Motiv und der Text müssen schnell deutlich machen, für wen das Angebot bestimmt ist und welches Problem gelöst wird.

Gute Anzeigen übernehmen damit einen Teil der Zielgruppenauswahl. Eine klar formulierte Botschaft spricht passende Menschen an und sorgt gleichzeitig dafür, dass unpassende Nutzer weniger häufig reagieren.

Unser Team unterstützt Unternehmen bei der Entwicklung von Anzeigen, Animationen und Social-Media-Inhalten durch professionelles Grafikdesign.

Eigene Daten und Conversion-Tracking gewinnen an Bedeutung

Unternehmen sollten nicht ausschließlich auf die von einer Plattform bereitgestellten Interessen und Zielgruppenmerkmale vertrauen. Eigene Erkenntnisse aus Kundenkontakten, Website-Anfragen, Verkäufen, Newsletter-Anmeldungen und bestehenden Kundengruppen werden wichtiger.

Entscheidend bleibt außerdem ein sauberes Conversion-Tracking. Klicks, Reichweite und Impressionen zeigen nur einen Teil der Kampagnenleistung. Wichtiger ist, ob daraus qualifizierte Anfragen, Buchungen oder Verkäufe entstehen.

Wird organischer Content jetzt wichtiger?

Organische Inhalte bleiben auch für Nutzer sichtbar, die ein werbefreies Abonnement abgeschlossen haben. Unternehmen können diese Personen weiterhin erreichen, wenn sie dem Unternehmensprofil folgen, Inhalte freiwillig teilen oder über Empfehlungen auf einen Beitrag aufmerksam werden.

Das macht organischen Content wichtiger, aber nicht automatisch einfacher. Unternehmen konkurrieren weiterhin mit Beiträgen von Freunden, Creatorn, Medien, Marken und anderen Anbietern um Aufmerksamkeit.

Hilfreich ist ein individueller Contentplan, der Themen, Zielgruppen, Formate und Marketingziele miteinander verbindet. Neben Bildern, Videos und Reels können auch eigene GIF-Sticker für Social Media die Wiedererkennung einer Marke verbessern.

Organischer Content und bezahlte Anzeigen sollten dabei nicht gegeneinander ausgespielt werden. Gute Inhalte liefern Erkenntnisse für Werbekampagnen. Anzeigen können erfolgreiche Inhalte anschließend gezielt verbreiten.

So sollten Unternehmen ihre Meta-Strategie anpassen

Kampagnen nicht vorschnell stoppen

Das Abo-Modell ist kein Grund, Facebook- und Instagram-Anzeigen vollständig einzustellen. Prüfen Sie stattdessen, wie sich Reichweite, Kosten, Anfragen und Verkäufe tatsächlich entwickeln.

Mehrere kreative Varianten testen

Testen Sie unterschiedliche Einstiege, Motive, Formate und Botschaften. Eine gute Kampagne besteht nicht nur aus einer Zielgruppe, sondern aus einer überzeugenden Kombination aus Angebot, Werbemittel und Zielseite.

Organische Inhalte und Community stärken

Veröffentlichen Sie Inhalte, die Menschen freiwillig ansehen, speichern oder teilen möchten. Antworten Sie auf Kommentare und Nachrichten. Eine aktive Community verringert die Abhängigkeit von bezahlter Reichweite.

Eigene Kontaktmöglichkeiten aufbauen

Eine Social-Media-Plattform gehört immer dem jeweiligen Betreiber. Unternehmen sollten Interessenten deshalb auch auf die eigene Website, in einen Newsletter, zu einer Terminbuchung oder in andere eigene Kontaktwege führen.

Nicht nur von Meta abhängig sein

Verteilen Sie Ihr Marketing sinnvoll auf mehrere Kanäle. Je nach Zielgruppe können die eigene Website, Suchmaschinenoptimierung, Newsletter, persönliche Netzwerke und Google Ads passende Ergänzungen darstellen.

Häufige Fehler bei der Bewertung des Meta-Abos

„Auf Facebook und Instagram gibt es bald keine Werbung mehr“

Das ist falsch. Werbung bleibt ein zentraler Bestandteil der kostenlosen Nutzung. Lediglich zahlende Abonnenten verwenden die betreffenden Konten ohne Meta-Anzeigen.

„Weniger personalisierte Werbung bedeutet keine Datennutzung“

Auch bei dieser Variante verwendet Meta bestimmte Informationen für die Auswahl und Darstellung von Werbung. Der Datenumfang ist geringer, die Nutzung ist aber nicht werbefrei.

„Organische Reichweite ersetzt jede Werbekampagne“

Organische Inhalte sind wichtig, erreichen aber nicht automatisch alle relevanten Personen. Eine sinnvolle Strategie verbindet Content, Community und kontrollierte Werbekampagnen.

„Ein Reichweitenverlust betrifft jedes Unternehmen gleich“

Die Auswirkungen unterscheiden sich nach Branche, Zielgruppe, Region, Kampagnenziel und Qualität der Anzeigen. Unternehmen sollten mit eigenen Daten arbeiten, statt pauschale Prognosen zu übernehmen.

„Viele Klicks bedeuten eine erfolgreiche Kampagne“

Klicks sind nur ein Zwischenschritt. Entscheidend ist, ob eine Anzeige wirtschaftlich relevante Handlungen wie Anfragen, Terminbuchungen oder Verkäufe erzeugt.

Häufige Fragen zu Facebook und Instagram ohne Werbung

Wie viel kostet Instagram ohne Werbung?

Der Abschluss über Instagram.com oder Facebook.com kostet 5,99 Euro pro Monat für das erste Konto. Beim Abschluss über den Apple App Store oder Google Play beträgt der Preis 7,99 Euro. Für weitere Konten können zusätzliche Gebühren entstehen.

Gilt ein Abo gleichzeitig für Facebook und Instagram?

Das Abo gilt für die Facebook- und Instagram-Konten, die sich in derselben Kontenübersicht befinden. Für weitere Konten können zusätzliche monatliche Kosten berechnet werden.

Verschwindet nach dem Abschluss jede Form von Werbung?

Meta zeigt Abonnenten keine eigenen Werbeanzeigen mehr. Beiträge von Unternehmen, Creatorn und Marken können weiterhin sichtbar sein, beispielsweise wenn einem Profil gefolgt wird oder ein kommerzieller Beitrag organisch empfohlen wird.

Werden beim werbefreien Abo keine Daten mehr gesammelt?

Die Informationen der betroffenen Konten werden laut Meta nicht für Werbung verwendet. Für den Betrieb, die Sicherheit, Empfehlungen und weitere Plattformfunktionen werden jedoch weiterhin Daten verarbeitet.

Was ist weniger personalisierte Werbung?

Dabei nutzt Meta einen kleineren Umfang personenbezogener Informationen für die Anzeigenentscheidung. Anzeigen können stärker vom aktuell angesehenen Inhalt und von grundlegenden Angaben abhängen.

Gibt es bei weniger personalisierter Werbung weiterhin Anzeigen?

Ja. Die Nutzung bleibt kostenlos und werbefinanziert. Meta kann dabei auch Werbeunterbrechungen anzeigen, die für einige Sekunden nicht übersprungen werden können.

Können Unternehmen Nutzer mit einem werbefreien Abo noch erreichen?

Nicht über klassische Meta-Anzeigen. Organische Unternehmensbeiträge, Creator-Kooperationen, Empfehlungen und geteilte Inhalte können diese Nutzer weiterhin erreichen.

Lohnen sich Facebook- und Instagram-Anzeigen weiterhin?

Das hängt von Zielgruppe, Angebot, Werbemitteln, Zielseite und Messung ab. Unternehmen sollten ihre Kampagnen nicht aufgrund des Abos pauschal stoppen, sondern anhand von Anfragen, Verkäufen und tatsächlichen Kosten bewerten.

Ihre Social-Media-Strategie sollte nicht von einem Abo abhängen

Das Meta-Abo verändert die Werbelandschaft, macht Facebook und Instagram für Unternehmen aber nicht automatisch uninteressant. Gute Ergebnisse entstehen weiterhin durch eine klare Strategie, überzeugende Inhalte, passende Anzeigen und eine ehrliche Auswertung der Ergebnisse.

Als Social-Media-Agentur aus Essen unterstützen wir Unternehmen bei der Contentplanung, Gestaltung, Betreuung und Bewerbung ihrer Kanäle. Dabei betrachten wir nicht nur einzelne Likes oder Klicks, sondern die Verbindung zur Website, zu Anfragen und zu Ihren unternehmerischen Zielen.

Gemeinsam prüfen wir, welche Inhalte organisch funktionieren, welche Kampagnen sich lohnen und wie Sie Ihre Abhängigkeit von einzelnen Plattformen reduzieren können.

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